Wissenschaftliche Fachgruppen  SZ in Krankheiten (CSC)

Stammzellen in Krankheiten (Krebs-Stammzellen (CSC))



Initiatoren: Andreas Trumpp (Heidelberg) und Thomas Brabletz (Freiburg)

Das Konzept der Krebsstammzellen (engl: cancer stem cells, CSC) hat einen bedeutenden Einfluss auf unser Verständnis und die Forschungsansätze zur Progression und Metastasierung von Tumoren. Es besagt, dass die zelluläre Heterogenität von vielen Tumoren durch eine hierarchische Organisation begründet ist, ähnlich wie sie in normalen regenerativen Geweben (Haut, Magen-Darm Schleimhaut oder im blutbildenden System) zu finden ist. Es hat sich gezeigt, dass das CSC-Konzept, welches anfangs für hämatopoetische Tumoren erkannt wurde, auch für viele solide (feste) Krebsformen relevant ist. Obwohl normale Gewebestammzellen oft die Zellen sind, welche die ersten onkogenen Veränderungen (Mutationen) aufweisen, können auch Vorläuferzellen und eventuell differenzierte Zelltypen zu CSCs werden. Die Grundlage hierfür ist die Anhäufung von onkogenen Läsionen, die zum Erwerb von unkontrollierten Stammzelleigenschaften führt. CSCs erben oder erwerben spezifische Fähigkeiten, die ihre Ausbreitung durch den Körper über die Blutbahn oder das Lymphsystem erleichtern. Solche Metastase-initiierende Zellen (metastasis initiating cells, MIC) sind von CSCs abgeleitet und haben die Kapazität klonal tödliche Metastasen zu bilden. CSCs und MICs zeigen eine hohe Resistenz gegenüber herkömmlicher Radio- und Chemotherapie und sind die Ursache der minimalen Resterkrankung, des Tumorrezidivs und der Metastasierung.

Das übergeordnete Ziel der Arbeitsgruppe "Krebsstammzellen" ist es, das Wissen über Krebsstammzellen in Deutschland zusammenzuführen und in die klinische Praxis zu übertragen. Um die Entwicklung von effektiven Anwendungen zu optimieren ist es wichtig, Meinungen, Erfahrungen, Know-how und Ressourcen in den Bereichen der Grundlagen-, translationalen und klinischen Forschung auszutauschen, um folgende Fragen zu beantworten:

    • Wie können CSCs definiert werden?
    • Was ist der Ursprung der CSCs (im Verhältnis zu normalen Gewebestammzellen, Ableitung von differenzierten Krebszellen, Rolle der Plastizität)?
    • Was ist die Rolle von CSCs in der Tumor-Initiation, Progression, Verbreitung, Dormancy (Trägheit) und Metastasierung?
    • Welches sind die Mechanismen der Therapieresistenz von CSCs und welche Strategien sind zu entwickeln um diese Resistenz zu bezwingen?
    • Inwieweit sind solide und leukämischen CSCs vergleichbar?
    • Was ist die Rolle der CSC-Nische für Tumorentwicklung und Metastasenbildung?
    • Was ist die Verbindung zwischen CSCs, Tumor-Heterogenität und den genetischen Veränderungen innerhalb von Tumoren?
    • Was sind die notwendigen technischen Fortschritte, die noch erforderlich sind, um: neue CSC-Marker zu identifizieren, Protokolle zur Isolation von CSCs zu etablieren und in vitro und in vivo Systeme zu entwickeln, die einfach zu kontrollieren sind?

Die GSCN Fachgruppe "Stammzellen in Krankheiten (Krebs-Stammzellen)" hat das Ziel ein Forum aufzubauen, in dem Forscher auf allen Ebenen Kooperationspartnern finden können, Synergien herstellen und experimentelle Grundlagen legen, um wirksame therapeutische Strategien zu entwickeln mit dem Ziel der Beseitigung von CSCs und der damit verbundenen Therapieresistenz, Krebsrezidiv und Metastasierung.

Weitere Informationen:

 Forschung zu Krebs-Stammzellen in Deutschland (GSCN Jahresmagazin 2013/14)

 
Max Delbrueck Centrum für Molekulare Medizin Berlin Kompetenznetzwerk Stammzellforschung NRW Partner Institutionen Bundesministerium für Bildung und Forschung VDI Technologiezentrum
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