GSCN Wissenschaftspreise

GSCN Preisträger/-innen 2017

 

- Der „GSCN 2017 Young Investigator Award“ geht an  Dr. Francesco Neri vom Leibniz-Institut für Alternsforschung – Fritz-Lipmann-Institut (FLI) in Jena.
- Der „GSCN 2017 Female Scientist Award“ geht an  Prof. Elly Tanaka vom Institut für molekulare Pathologie IMP in Wien und der TU Dresden.
- Der „GSCN 2017 Publication of the Year Award“ geht an  Dr. J. Gray Camp und Prof. Barbara Treutlein (Max- Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie, Leipzig) zusammen mit Dr. Keisuke Sekine und Prof. Takanori Takebe (Cincinnati Children’s Hospital Medical Center) für die Publikation „Multilineage communication regulates human liver bud development from pluripotency“ im Fachjournal Nature (Camp, J.G. et al., 2017, Nature 546, 533-538;  doi: 10.1038/nature22796).

Die Pressemitteilung zu den GSCN Awards 2017:  Dem Gespräch der Stammzellen lauschen

 

2017 "GSCN Young Investigator Award"

Dr. Francesco Neri
erhält den Preis „GSCN 2017 Young Investigator Award“ für seine ausgezeichneten Forschungsarbeiten als Nachwuchswissenschaftler. Er erforscht die Schäden, die Alternsprozesse im Organ und Gewebefunktion hinterlassen. Mit dem Altern steigt das Risiko, an Krankheiten wie Krebs zu erkranken: Es gibt zunehmend Hinweise darauf, dass genetische und epigenetische Faktoren die Funktionalität und Homeostase adulter Stammzellen im Alter beeinflussen und den selektiven Vorteil dominanter Stammzellklone und damit die Krebsentstehung befördern. Besonders die DNA-Methylierung (eine stabile und erbliche epigenetische Modifikation) wird mit alternsbedingten Krankheiten und Krebsentstehung in Verbindung gebracht. Neri untersucht mit seiner Arbeitsgruppe die epigenetischen Veränderungen alternder Stammzellen und ihre Funktion bei der Entstehung klonaler Dominanz und neoplastischer Veränderungen.

Francesco Neri ist Preisträger des Sofja Kovalevskaja-Preises der Alexander von Humboldt-Stiftung und baut mit dem Preisgeld seit Sommer 2016 eine Juniorforschungsgruppe zur „Epigenetik des Alterns“ am FLI in Jena auf. Der aus der Toskana stammende Epigenetiker hat in Siena (Italien) Molekularbiologie studiert und in Biotechnologie promoviert und forschte bereits in Nijmegen (Niederlande) und Turin (Italien).




2017 "GSCN Female Scientist Award"

Prof. Dr. Elly Tanaka erhält den “GSCN 2017 Female Scientist Award” für ihre herausragenden Leistungen in der Erforschung fundamentaler Vorgängen bei der Regeneration von Geweben und Körperteilen in Tiermodellen. Sie fokussiert sich mit ihrer Arbeitsgruppe dabei auf die Regenerationsfähigkeit des Axolotl (mexikanischer Schwanzlurch), der Extremitäten, Rückenmarks- und sogar Gehirnverletzungen durch nachwachsende Zellen ausgleicht. Die Forschung der Tanaka-Gruppe zielt darauf ab, jene Mechanismen aufzuklären, die für das Nachwachsen der Gliedmaßen zuständig sind. Die Erkenntnisse dienen als Modell für die Regenerationsfähigkeit bei Wirbeltieren. Zentrale Fragen gelten dabei der Identität der beteiligten Stammzellen und der Signale, welche die Stammzellen nach Verletzungen aktivieren.

Elly Tanaka studierte Biochemie an der Harvard University und promovierte im Labor von Marc Kirschner an der University of California in San Francisco. Als Postdoktorandin wechselte sie zu Jeremy Brockes am University College in London. Ab 1999 war Tanaka Gruppenleiterin am Max Planck Institut für Molekulare Zellbiologie und Genetik in Dresden. Im Jahr 2008 wurde sie als Professorin an die TU Dresden berufen. Von 2014 bis 2016 leitete sie das DFG-Center for Regenerative Therapies Dresden (CRTD). Seit 2016 ist sie am Forschungsinstitut für Molekulare Pathologie (IMP) in Wien und Professorin an der TU Dresden.




2017 "GSCN Publication of the Year"

J. Gray Camp
und Keisuke Sekine haben als Teil eines internationalen Forscherteam unter der Leitung von Takanori Takebe (Cincinnati Children’s Hospital Medical Center) und Barbara Treutlein (Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie, Leipzig) herausgefunden, wie einzelne Zellen zusammenarbeiten und ihr Genom einsetzen, um sich in menschliches Lebergewebe zu entwickeln. In der aktuellen Studie benutzten die Forscher die Technologie des Single-cell-RNA-Sequencing. Mit deren Hilfe beobachteten sie die Veränderung individueller Zellen, wenn diese in einer dreidimensionalen Mikroumgebung mit miteinander komplex kommunizierenden Gefäßzellen, Bindegewebszellen und Leberzellen kombiniert werden. Die Forscher entwickelten für jede einzelne dieser Zellarten jeweils vor und nach ihrem Zusammentreffen zur Bildung von Leberkeimzellgewebe einen kompletten Bauplan der aktiven Transkriptionsfaktoren, Signalmoleküle und -rezeptoren. Die Single-cell-RNA-Sequencing half den Forschern auch dabei, die aus Stammzellen im Labor hergestellten dreidimensionalen Lebergewebe mit natürlich vorkommenden menschlichen fetalen und adulten Leberzellen zu vergleichen und ins Verhältnis zu bringen. Die Studie ist ein Meilenstein auf dem Weg, gesundes, menschliches Lebergewebe mittels Biotechnologie aus pluripotenten Stammzellen herzustellen. Die Publikation wird mit dem „GSCN 2017 Publication of the Year Award“ ausgezeichnet.




J. Gray Camp und Barbara Treutlein

 

GSCN Preisträger/-innen 2016

 

- Der „GSCN 2016 Young Investigator Award“ geht an  Dr. Leo Kurian vom Center for Molecular Medicine Cologne (CMMC) der Universität Köln.
- Der „GSCN 2016 Female Scientist Award“ geht an  Prof. Claudia Waskow von der TU Dresden.
- Der „GSCN 2016 Publication of the Year Award“ geht an  Dr. Guangqi Song, Dr. Martin Pacher, Prof. Michael Ott und Dr. Amar Deep Sharma vom REBIRTH Center und TwinCore an der Medizinischen Hochschule Hannover für die Publikation “Direct Reprogramming of Hepatic Myofibroblasts into Hepatocytes In Vivo Attenuates Liver Fibrosis“ im Fachjournal Cell Stem Cell (Song, G. et al., 2016, Cell Stem Cell, 18, 797 – 808, doi: 10.1016/j.stem.2016 .01.010.).  Rebirth Nachrichten

Die Pressemitteilung zu den GSCN Awards 2016: Alle Augen auf Stammzellen

 

2016 "GSCN Young Investigator Award"

Dr. Leo Kurian
ist daran interessiert, die Entwicklung des einzelligen Embryos in einen erwachsenen ausdifferenzierten Organismus zu verstehen. Besonders die Entwicklung des Herzens will das Labor Kurian untersuchen. Dabei verwendet es einen transdisziplinären Ansatz und kombiniert stammzellbasierte Entwicklungsmodelle mit Ansätzen aus der Systembiologie, um die molekularen Grundlagen von Entscheidungen in der Zellentwicklung bei der Herzentstehung zu erforschen. Die Arbeitsgruppe von Dr. Leo Kurian hat entscheidende neue Stammzell-Modelle zur Erforschung der Embryogenese und Herzentstehung entwickelt. Ziel ist es, neue therapeutische Strategien für eine regenerative Medizin des Herzens zu entwickeln.

Leo Kurian studierte Chemie, gefolgt von einem Master in Biotechnologie, in Indien. Nach seiner Promotion in Genetik an der Universität Köln verbrachte er seine Post Doc-Zeit im Labor von Juan Carlos Izpisua Belmonte am renommierten Salk Institut und in der Arbeitsgruppe von Gene Yeo an der Universität von Kalifornien in San Diego. Hier etablierte er stammzellbasierte Modelle zur Erforschung von Programmierung und Reprogrammierung von Zellidentitäten. 2014 etablierte Kurian eine eigene Nachwuchsgruppe am Exzellenzcluster CECAD an der Universität zu Köln.




2016 "GSCN Female Scientist Award"

Prof. Dr. Claudia Waskow erhält den „GSCN Female Scientist Award“ für ihre herausragenden Arbeiten auf dem Gebiet der Hämatopoese, der stammzellbasierten Blutbildung. Waskow hat herausragende Arbeiten auf dem Gebiet von Transplantationsmodellen für menschliche blutbildende Stammzellen (hämatopoetische Stammzellen (HSCs)) publiziert. Das Besondere an den von Waskow entwickelten Modellen ist die einmalige Möglichkeit, Blutstammzellen in Mäuse zu transplantieren, deren Immunsystem nicht unterdrückt werden muss, so dass die Blutbildung ohne medikamentöse Beeinflussung studiert werden kann. Diese Modelle werden weltweit in vielen Laboren verwendet. In ihrer Forschung wies sie ebenfalls einen neuen Untertyp von Blutstammzellen nach, der an der Spitze des Stammbaums der blutbildenden Zellen anzusiedeln ist. Das Ziel der Forschung im Labor von Claudia Waskow an der TU Dresden ist die Identifikation von Mechanismen, welche die Erhaltung von HSCs und deren Differenzierung in Zellen des Immunsystems steuern. Die Forschungsansätze beinhalten auch die Homöostase der HSCs, also die Aufrechterhaltung eines Gleichgewichtszustandes des blutbildenden Systems im normalen Organismus und bei Erkrankungen, z.B. bei Entzündungen. Waskow möchte mit Ihrer Forschung grundlegende Regulationsmechanismen von HSCs aufdecken und neue Ansätze für die Behandlung von Erkrankungen liefern.

Claudia Waskow studierte Biologie an der Johannes Gutenberg Universität Mainz und an der University of Glasgow. Die praktischen Arbeiten zur Diplomarbeit führte sie am Basel Institut für Immunologie durch und blieb für die Promotion in der Schweiz im Labor von Hans-Reimer Rodewald an der Universität Basel. Es folgten Stationen als Postdoc an der Universitätsklinik Ulm und an die Rockefeller University in Labor von Michel Nussenzweig. 2008 wurde sie als Gruppenleiterin für „Regeneration in der Hämatopoese“ an das Centrum für Regenerative Therapien Dresden (CRTD) der TU Dresden rekrutiert. Seit 2014 ist sie Professorin für die Regeneration in der Hämatopoese und Tiermodelle in der Hämatopoese der medizinischen Fakultät der TU Dresden.




2016 "GSCN Publication of the Year"

Guanqgi Song und Martin Pacher ist es als Team in den Laboren von Amar Deep Sharma und Michael Ott
am Exzellenzcluster REBIRTH und TWINCORE Zentrum an der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) im Mausmodell gelungen, Narbengewebe in der Leber in gesunde Leberzellen zu verwandeln (Song, G. et al., 2016, Cell Stem Cell, 18, 797 - 808). Die Mäuse hatten eine chronische Lebererkrankung, die mit einer die Leberfunktion störenden Bindegewebsbildung einhergeht. Um die Mäuse zu heilen, wandelten die Forscher die krankmachenden Zellen in neue Leberzellen um. „Wir konnten erstmals beweisen, dass man mit dem Einbringen von nur vier genetischen Faktoren Zellen im lebenden Organismus in funktionsfähige Leberzellen umwandeln kann“, erklärt Dr. Amar Deep Sharma. „Der besondere Charme dieser Methode liegt darin, dass wir nicht nur die Vernarbung des Organs vermindern, sondern gleichzeitig die für den gesamten Organismus wichtige Leberfunktion wieder herstellen können“, ergänzt Professor Dr. Michael Ott. Die vom Forscherteam vorgestellte Methode eröffnet völlig neue Wege für die Behandlung von Vernarbungsprozessen, die als Folge von chronischen Entzündungen in der Leber sowie in nahezu allen Organen auftreten können.
 Rebirth Nachrichten




Guanqgi Song


Martin Pacher


Amar Deep Sharma


Michael Ott

 

GSCN Preisträger/-innen 2015

 

- Der „GSCN Young Investigator Award“ geht an  Dr. Julia Ladewig vom Institut für Rekonstruktive Neurobiologie am Universitätsklinikum Bonn.

- Der „GSCN Female Scientist Award“ geht an  Prof. Magdalena Götz vom Institut für Stammzellforschung am Helmholtz Zentrum München und Inhaberin des Lehrstuhls für Physiologische Genomik an der Ludwig-Maximilians-Universität München.

- Der „GSCN Publication of the Year Award“ geht an Jichang Wang und Dr. Zsuzsanna Izsvák aus der  Forschungsgruppe „Mobile DNA“ am Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) in Berlin-Buch für die Publikation “Primate-specific endogenous retrovirus driven transcirpion defines naïve-like stem cells“ im Fachjournal Nature (Wang, J. et al., 2014, Nature, doi:10.1038/nature13804).

  

Die GSCN Pressemitteilung finden Sie  hier.

 
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